Am 10. Juni wird die Schwyzer Bevölkerung über den Kauf der Liegenschaft Biberhof befinden. Diese Immobile soll für rund 5.35 Mio. Franken gekauft werden. Gewisse SVP-Exponenten ergriffen das Referendum. Auch wenn die Meinungen weit auseinanderdriften, steht eines fest: Für die direkte Demokratie ist es wesentlich besser, die Steuerzahler setzen sich mit einer solchen Investition auseinander und die Medien durchleuchten die verschiedenen Facetten.

So auch der Bote: „Die Immobilienstrategie des Kantons sei nicht vom Kauf des ‚Biberhofs‘ abhängig, sagt Othmar Reichmuth […] Auch wenn der Biberhof nicht gekauft wird, kann auf dem kantonseigenen Areal Hotel Bahnhof der SSP2 realisiert werden.“ (Bote, 25.05.2018)

Mit dieser Aussage konnte ich den Entschluss fassen, mich gegen die Investition auszusprechen. Hauptkritikpunkt für mich (aus liberaler Perspektive) ist, das dies nur ein Kauf auf Vorrat ist, ohne gross eine langfristige Strategie zu haben. Wie Landammann Othmar Reichmuth selbst erwähnte, ist die Eigentumsstrategie nicht direkt mit dem Biberhof gekoppelt, der Zukauf würde einfach in die Strategie integriert werden.

Meiner Meinung nach sollte der Kanton weiterhin auf seine Mietstrategie fahren, da man bei einer Jahresmiete von 252’000 Fr. noch gut 21 Jahre diese Liegenschaft mieten kann. Dies würde dem Kaufpreis von 5.35 Mio. gleichkommen, ohne dass der Kanton teure Sanierungen & Renovationen vornehmen müsste.

Noch zu erwähnen ist, dass dieses Referendum eine Investitionsabstimmung ist – keine Migrationsfrage, wie oft mit den provokanten Plakaten suggeriert wird. Die 70 Asylplätze, die der Biberhof anbietet, sollten eigentlich unbestritten sein. Die SVP liebt es jedoch, aus allen Fragen ein Thema gegen die Immigration zu machen.

Nein zum Biberhof aus liberaler Überzeugen – nicht aus Ausländerfeindlichkeit.

Autor: Chris Diethelm