Die Jungfreisinnigen See-Gaster (JFSeGa) und die Jungfreisinnigen Schwyz (JFSZ) sind erbost über eine Verfügung des St. Galler Schifffahrtsamtes, das Kitesurfen (Lenkdrachensegeln) im St. Gallischen Teil des Zürich- und Obersees zu verbieten.

 

Das Amt macht damit einen massvollen Bundesratsbeschluss de facto wieder rückgängig, der ein Verbot ab Februar 2016 aufgehoben hätte. Die beiden Sektionen können die Begründung des Kantons, dass das Verbot aufgrund des Tierschutzes notwendig sei, nicht teilen. Anfänglich wurde die Sicherheit der Kitesurfer als Grundlage für ein Verbot angeführt. Da Kitesurfen jedoch eine gewisse Windstärke benötigt, wurde dieses Argument relativiert. Auch die jetzige Begründung des Vogelschutzes klingt in erster Linie erneut wie eine Ausrede, um die persönliche Freiheit der Sportler einzugrenzen. Ausserdem wurde der Entscheid damit begründet, dass die Bedingungen für das Kitesurfen sowieso schlecht wären. Die Frage welche sich den Parteisektionen stellt, ist: „Warum etwas verbieten, was sowieso nicht idealerweise stattfinden kann?“

 

Im Kanton Zürich ist das Kitesurfen mit gewissen Auflagen erlaubt. Durch den St. Galler Entscheid wird der Zürichsee vermehrt zu einem Flickenteppich. Die Jungfreisinnigen verstehen, dass ein gewisser Tier- und Landschaftsschutz aufrechterhalten werden muss, jedoch geht ein Verbot deutlich zu weit und ist nicht verhältnismässig. Verfolgt man die Logik des Schifffahrtsamtes weiter, dann müsste auch das Wakeboarden (Wellenbrettfahren) verboten werden, weil durch den starken Wellenschlag Brutnester gefährdet werden könnten. Gerade auf dem Obersee würden aufgrund der kantonalen Zweiteilung der Hoheitsgebiete zweierlei Schutzstandards für denselben Zweck des Tier – und Artenschutzes eingeführt. Es muss darüber hinaus verhindert werden, dass keine unerklärlichen und irrwitzigen Verbotsregelungen im Strudel des gesetzgeberischen Wildwuchses entstehen, welche, wie beispielsweise auf dem Greifensee zwar Ruderboote, aber keine Pedalos zulassen.

 

Zudem ist das Kitesurfen auf dem Walensee grösstensteils erlaubt, mutmasslich weil dort die Windverhältnisse besser sind, was scheinbar den Naturschutz in seiner Wichtigkeit einschränkbar macht. Ist es Sache der Behörden festzulegen, wo die Ausübung einer Sportart Sinn macht und wo nicht?

 

Aus diesen Gründen werden die JFSeGa, eine mögliche Einsprache beim Departement für Sicherheit und Justiz, die in den nächsten 14 Tagen eingereicht werden muss, prüfen.

Zurzeit prüft die Schwyzer Regierung teilweise das Kitesurfen zu erlauben. Die JFSZ halten den Schwyzer Regierungsrat dazu an, ein solches Verbot nicht auch noch über die Schwyzer Hälfte des Obersees zu verhängen. Allenfalls werden auch die Schwyzer Jungfreisinnigen eine Einsprache in Erwägung ziehen.